INBALANCE Maren Panke

(c) Atelier Schmitz
Herzliche Einladung!
I N B A L A N C E
Maren Panke 
Eröffnung der Ausstellung
am Donnerstag, 5. Oktober
um 19 Uhr
 Einführung: Geraldine Dudek, Oldenburg
vom 5. Oktober bis 19. November
(Finissage am 19. November)
Öffnungszeiten:  Mi u Do, 16 – 19 Uhr

 

(c) M. Panke, Ebbe I_II_III, 2017
Maren Panke, Inbalance
Ein Heer von Frauen, die hinsichtlich ihres Typus den Idealvorstellungen mancher junger Mädchen entsprechen, bevölkert vom 5. Oktober bis zum 19. November die Sezession Nordwest. Doch so erstrebenswert dieser Typ für viele Mädchen und Frauen ist, so verunsichert er nicht wenige und kann ihre innere Balance gefährlich ins Wanken bringen: Es ist ein Typus, der an Magermodels denken lässt und damit junge Frauen symbolisiert, die augenscheinlich von jeglichen Spuren des Lebens noch verschont sind. Doch so weit trägt nur ein erster, flüchtiger Blick. Wie beim realen Menschen gilt es einen zweiten, genaueren zu werfen, um hinter die äußerste Fassade zu blicken. Und ebenso werden die An-Sichten vielschichtiger, differenzierter und interessanter, wenn man den Titel der Ausstellung, Inbalance, nicht nur als Aussage versteht, sondern mit einem Fragezeichen versieht. Zudem kennzeichnet er einen Zustand, der nur um einen Buchstaben von seinem Gegenteil entfernt ist.
Die Auseinandersetzung mit dem Dualismus von Sicherheit und Unsicherheit ist ein wesentlicher Bestandteil der Holzskulpturen von Maren Panke. 1965 in Flensburg geboren, lebt sie seit 2016 in Wilhelmshaven. Vor der Bildhauerei galt ihr Interesse Sprachen. Neben verschiedenen Sprachkursen erlernte sie die Gebärdensprache und machte eine Ausbildung zur Fremdsprachenkorrespondentin. Die besondere Ausdrucksform der Gebärdensprache führte sie zur Bildhauerei, in der sie „ihre“ Sprache persönlicher Formulierung fand. Zahlreiche Kurse vor allem zur Holzbildhauerei führte sie u. a. nach Berlin, nach Ottobrunn sowie an die Haller Akademie der Künste in Schwäbisch Hall. Seit 2008 ist sie Mitglied in mehreren Vereinigungen, darunter die Sezession Nordwest sowie der BBK Ostfriesland. Seit 2007 präsentiert sie ihre Arbeiten in zahlreichen Ausstellungen.
(c) M. Panke, und wieder still, 2014
Die grundlegend extrem schlanken Frauen ohne Gesichter mit überlängten Beinen stehen stets auf den Zehenspitzen übergroßer Füße. Es bleibt unklar, warum sie sich vom sicheren Grund abheben und sich der Gefahr des Schwankens aussetzen – einige vielleicht, weil sie etwas in der Ferne genauer erkennen wollen. Doch liegt in diesem Motiv eine weitere Irritation des Betrachters, da er ihren fehlenden Blicken nicht folgen kann. So bleibt allein die Figur zur Einschätzung von Stimmung und Zustand. Doch deren Körperhaltungen können durchaus widersprüchlich erscheinen – tänzerisch leicht und schwerelos einerseits, zugleich unsicher und Halt suchend.
(c) M.Panke, standing still, 2013
Maren Panke arbeitet mit sehr unterschiedlichen Holzarten, auch mit „verwachsenen“ oder bereits verwendeten Hölzern. Sie zwingt ihre Vorstellung nicht bedingungslos auf, sondern lässt sich von Wuchs und Struktur lenken – ein Spiel mit der Balance von Eingriffnahme und Belassen. Wie sehr sie jedoch grundlegend an der Exaktheit formalen Ausgestaltens interessiert ist, zeigen diverse Details; etwa ein – natürlich auf den Zehenspitzen stehender – Fuß, einzelne an der Wand hängende Brüste oder allein laufende Beine. Die Oberflächen werden durch die natürliche Maserung bestimmt, Farben werden nicht als solche aufgetragen; sondern mittels Essiglösungen, Bleichen und Seifen werden Tönungen erzielt, die in einem harmonischen Verhältnis zum natürlichen Holzton stehen.
Sezession Nordwest e.V.
SCHAUfenster für aktuelle und regionale Kunst im Nordwesten

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